Ashwagandha + Was man darüber wissen sollte

Ashwagandha ist ein östliches Adaptogen, das im Westen immer populärer wird. Man verwendet es für verschiedene Zwecke, allerdings vertragen manche Menschen es nicht so gut. In diesem Beitrag gehen wir darauf ein, wie Menschen Ashwagandha verwenden, seine Dosierung, Sicherheit, mögliche Nebenwirkungen und Wechselwirkungen.

Was ist Ashwagandha?

Wie die meisten Nahrungsergänzungsmittel ist auch Ashwagandha nicht vom BfArM für die medizinische Nutzung zugelassen. Die hier vorgestellten Erkenntnisse werden als zu vorläufig und unzureichend angesehen, als dass sie eine medizinische Anwendung rechtfertigen würden [1].

Um unerwartete Wechselwirkungen oder andere unerwünschte Nebenwirkungen zu vermeiden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie Ashwagandha in Ihr tägliches Einnahmeschema aufnehmen.

Pferdegeruch

Ashwagandha (Withania somnifera) ist ein Mitglied der Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae). Sie wird auch unter verschiedenen anderen Namen wie Indischer Ginseng, Giftstachelbeere, Schlafbeere oder Indische Winterkirsche geführt [2].

Der Name Ashwagandha lässt sich bis ins alte Sanskrit zurückverfolgen. Er bedeutet übersetzt „Geruch eines Pferdes“ (ashwa „Pferd“ und gandha „Geruch“), da der Geruch seiner Wurzeln dem von Pferdeurin ähnlich ist. Andere sagen, dass der Name darauf hinweist, dass es einen “ stark wie ein Pferd“ macht, und an dieser Behauptung mag etwas dran sein [23].

Ashwagandha ist ein kraftvolles adaptogenes Kraut. Adaptogene erhöhen die Widerstandsfähigkeit des Körpers gegenüber Stress, gleichen schädliche Effekte aus und helfen, die Körperfunktionen und die Immunantwort auszugleichen [2].

Ashwagandha oder indischer Ginseng ist ein starkes Adaptogen, das die Resistenz gegen Stress erhöht und die Immunreaktion ausgleicht.

Traditionelle Anwendungen

Im traditionellen indischen Medizinsystem des Ayurveda wird Ashwagandha als Breitbandheilmittel angesehen. Es wird als Rasayana oder Verjüngungsmittel eingestuft. Hier einige der traditionellen Anwendungen [245]:

Die Wurzeln werden als Tonikum, Aphrodisiakum, Diuretikum, Antiparasitikum, Adstringens und Stimulans verwendet.

  • Die Blätter werden bei Fieber und schmerzhaften Schwellungen empfohlen
  • Die Samen sind antiparasitär, während die Blüten als Adstringens, Diuretikum und Aphrodisiakum verwendet werden und eine entgiftende Wirkung haben
  • Die Beeren und zarten Blätter werden äußerlich auf Tumore, Geschwüre und Wunden aufgetragen
  • Andere nützliche Teile sind der Stamm, die Früchte und die Rinde

Die Ashwagandha-Wurzel wird auch zur Gesundung von Frauen nach der Entbindung und zur Verdickung und Erhöhung des Nährwerts der Muttermilch verwendet. Trotz seiner jahrhundertelangen Verwendung in Indien, hat Ashwagandha erst vor kurzem wissenschaftliche Anerkennung im Westen gefunden [62].

In der ayurvedischen Lehre gilt Ashwagandha als Verjüngungsmittel und Breitband-Tonikum für verschiedene Erkrankungen. Es wird angenommen, dass es antiparasitäre, aphrodisierende, harntreibende und entgiftende Effekte hat.

Aktive Bestandteile

Ashwagandha enthält eine Reihe von aktiven Elementen, darunter eine einzigartige Familie von Verbindungen, die Withanolide genannt werden, sowie Alkaloide, Saponine, Terpenoide, Flavonoide, Gerbstoffe, Phenole und Harze [74].

Withanolide

Unter den Bestandteilen von Ashwagandha sind die Withanolide die biologisch aktivsten. Der am besten untersuchte von ihnen ist Withaferin A. Dieser Bestandteil ist in letzter Zeit aufgrund seiner Fähigkeit, das Wachstum von Tumoren zu hemmen, in den Fokus der Forschung gerückt [8910].

Withanolide sind Steroidlactone. Diese natürlich vorkommenden pflanzlichen Steroide verringern Entzündungen, fördern den Tod von Krebszellen und stoppen das Fortschreiten von Tumoren [98].

Withaferin A ist ein starkes Antioxidans und entzündungshemmendes Withanolid. Forscher untersuchen derzeit, ob es zur unterstützenden Behandlung des Glioblastoms, dem häufigsten und tödlichsten Hirntumor, eingesetzt werden kann [8].

Eines der Haupthindernisse für die Verwendung von Withaferin A als therapeutisches Mittel ist die geringe Bioverfügbarkeit, was bedeutet, dass nur eine kleine Menge des eingenommenen Withaferin A in den Blutkreislauf gelangt. Einige Forscher haben vorgeschlagen, Withaferin A in ein biologisch abbaubares Implantat zu laden, um es effektiver ins Blut freizusetzen [811].

Withanolide sind einzigartige Verbindungen aus Ashwagandha, die für ihre entzündungshemmende und krebshemmende Wirkung erforscht wurden.

Sitoindoside

Sitoindoside sind eine Gruppe von antioxidativ wirkenden Saponinen. Sie sind für Forscher von Interesse, da sie psychischen Stress lindern und der Entstehung kognitiver Defekte vorbeugen können [1232].

Die Sitoindoside VII und VIII scheinen die vielversprechendsten zukünftigen Therapeutika zu sein [123].

Einnahme von Ashwagandha

Grundlegende Empfehlungen

Wie Sie die Ashwagandha einnehmen sollten, hängt von der jeweiligen Bestimmung und der Art des Supplements ab, das Sie gekauft haben.

In den meisten klinischen Studien wird berichtet, dass Ashwagandha zwei- bis dreimal täglich für 1 bis 3 Monate eingenommen wird.

Die vorliegenden Erkenntnisse deuten darauf hin, dass es sicherer ist, mit niedrigeren Dosen zu beginnen. Nebenwirkungen treten eher bei höheren Dosen auf.

Lesen Sie das Nahrungsergänzungsetikett sorgfältig und fragen Sie Ihren Arzt, wenn Sie noch unsicher sind, wann und wie viel Sie einnehmen sollten.

Nahrungsergänzungsmittel Rezepturen

Ashwagandha ist in vielen Formen erhältlich, z.B. als Pulver, Kapseln, Pillen oder ätherisches Öl. Es kann auch als Tee oder Salbe mit Honig oder Ghee zubereitet werden. Kommerzielles Ashwagandha wird oft mit schwarzem Pfefferextrakt kombiniert, einem weiteren starken Antioxidans.

Im Ayurveda werden die frischen Wurzeln manchmal vor dem Trocknen in Milch gekocht, um unerwünschte Bestandteile auszulaugen [13].

Geschmack & Geruch

Ashwagandha ist ein bekanntes, scharf riechendes Kraut. Sein Name bedeutet „Geruch des Pferdes“, und einige Anwender sagen, dass es sehr intensiv riecht. Sollten Ihnen der Geruch und Geschmack von Ashwagandha nicht zusagen, Sie es aber trotzdem probieren wollen, suchen Sie nach Kapseln mit Trockenextrakten [32].

Ashwagandha Dosierung

Eine sichere und effektive Dosis von Ashwagandha gibt es nicht, da keine ausreichend aussagekräftigen Studien durchgeführt wurden, um eine zu bestimmen.

Wurzelextrakt: In den meisten klinischen Studien wurden 120-1000 mg täglich verabreicht, wobei die häufigste Dosis bei 300 mg zweimal täglich liegt.

Ganze Wurzel: Die klinischen Dosen liegen zwischen 2-10 g pulverisierter Wurzel täglich, mit einem Durchschnittswert von 5 g pro Tag.

Ashwagandha Erfahrungen

Die Meinungen, die in diesem Abschnitt geäußert werden, stammen ausschließlich von Nutzern, die einen medizinischen Hintergrund haben können oder auch nicht. NootropNet empfiehlt keine bestimmten Produkte, Dienstleistungen oder Therapien. Betrachten Sie die Erfahrungen der Nutzer nicht als medizinischen Rat. Versäumen oder verzögern Sie es nicht, professionellen medizinischen Rat einzuholen, nur weil Sie etwas auf NootropNet gelesen haben.

Wir verstehen, dass das Lesen von individuellen, realen Erfahrungen eine hilfreiche Informationsquelle sein kann, aber es ist niemals ein Ersatz für professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung durch einen qualifizierten medizinischen Dienstleister (Arzt).

Zusammenfassung der Nutzererfahrungen

Die Meinungen zu Ashwagandha variieren. Einige Nutzer berichten über einen Anstieg an Angstzuständen, Reizbarkeit und Überempfindlichkeit – besonders in den ersten Tagen. Auch wenn diese Nebenwirkung tendenziell nachlässt, gibt es gemäß den Nutzerbewertungen, die wir gefunden haben, einige Menschen, die weiterhin Angstzustände verspüren und die Einnahme von Ashwagandha einstellen mussten.

Auf der anderen Seite berichten mehrere Personen, dass Ashwagandha ihnen geholfen hat, ihre Angst- und Stresslevel unter Kontrolle zu bringen. In der Tat war der Hauptgrund für die Einnahme von Ashwagandha bei allen Nutzern, Angstzustände.

Einige erwähnten, dass es auch bei Palpitationen, Zwangsstörungen und sozialen Ängsten, die mit Ängsten verbunden sind, hilft. Die meisten Nutzer sagen, dass ihre Ängste nicht verschwunden sind, aber sie spürten eine deutliche, subjektive Verbesserung.

Übelkeit ist eine häufige Beschwerde unter den Anwendern, besonders bei denen, die den pulverförmigen Extrakt einnehmen. Verkapselte Produkte scheinen etwas besser verträglich zu sein. Ein Nutzer wies darauf hin, dass die Einnahme von Ashwagandha mit dem Essen die Übelkeit reduzieren kann.

Einige Leute nahmen Ashwagandha auch gegen Schlafprobleme ein, meist mit zufriedenstellenden Ergebnissen.

Bei der Einnahme zum Schlafen kombinierten die Nutzer Ashwagandha oft mit anderen ayurvedischen Kräutern und entspannenden Pflanzen. Für Stressabbau und Angstzustände kauften die Menschen häufig sogenannte „Stressabbau“- oder „Nebennierenunterstützungs“ Nahrungsergänzungsmittel, von denen die meisten diverse B Vitamine enthalten. Dies macht es schwer, die berichteten Wirkungen von Ashwagandha von verschiedenen anderen Substanzen zu trennen.

Schließlich nahm eine Untergruppe von Anwendern Ashwagandha ein, um zu niedrige Schilddrüsenhormone zu steigern. Einige erlebten Schübe von erhöhter Energie, andere sagten, dass sie sich dadurch müder und schläfriger fühlten. Ein Nutzer fühlte sich sogar innerhalb kurzer Zeit extrem müde, bis er sich schließlich mit einem guten Energielevel stabilisierte.

Insgesamt berichten Nutzer mit einer Schilddrüsenunterfunktion und geringer Energie jedoch von gemischten Ergebnissen mit Ashwagandha.

Ashwagandha Sicherheit, Nebenwirkungen & Wechselwirkungen

Diese Auflistung enthält nicht alle möglichen Nebenwirkungen. Wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Nebenwirkungen bemerken. In Deutschland können Sie Nebenwirkungen dem BfArm unter +49 228 993 0730 oder nebenwirkungen.bund.de melden.

Sicherheit

Die Einnahme von Ashwagandha gilt allgemein als sicher, wenn sie in den empfohlenen Dosierungen erfolgt. Große Dosen von Ashwagandha können Verdauungsbeschwerden und Durchfall verursachen.

Nebenwirkungen

Ashwagandha hat das Potential, den Schilddrüsenhormonspiegel zu steigern daher sollten Menschen mit einer Schilddrüsenüberfunktion es nicht einnehmen [141516].

Die folgenden Nebenwirkungen wurden bei größeren Dosen oder bei besonders empfindlichen Personen berichtet:

  • Magenverstimmung
  • Übelkeit
  • Diarrhöe
  • Erbrechen aufgrund von Magen- und Darmschleimhautreizungen
  • Blähungen
  • Angstzustände/Reizbarkeit
  • Hautallergien

Wechselwirkungen

Da Ashwagandha leicht sedierend wirkt, sollten Sie mit Ihrem Arzt sprechen, bevor Sie andere Beruhigungsmittel (wie Benzodiazepine, Medikamente gegen Angstzustände oder beruhigende Kräuter wie Johanniskraut und Kava) gleichzeitig einnehmen.

  • Interaktionen mit den folgenden Medikamenten sind möglich:
  • Medikamente zur Behandlung von Diabetes, potentiell additiv: kann den Blutzucker übermäßig senken
  • Medikamente gegen Bluthochdruck, potenziell additiv: kann den Blutdruck übermäßig senken
  • Kräuter und Nahrungsmittel, die den Blutdruck senken können, wie Katzenkralle, CoQ-10/Ubiquinol, Fischöl, L-Arginin, Brennnessel, L-Theanin und natürliche Diuretika
  • Immunsuppressive Medikamente, potentiell antagonistisch: können die Immunantwort aktivieren und die Wirksamkeit von Medikamenten zur Unterdrückung des Immunsystems reduzieren
  • Schilddrüsenhormone, potenziell additiv: kann die Ausschüttung von Schilddrüsenhormonen zusätzlich erhöhen und das Risiko von Nebenwirkungen steigern

Wechselwirkungen zwischen Nahrungsergänzungsmitteln und Medikamenten können gefährlich und in seltenen Fällen sogar lebensbedrohlich sein. Fragen Sie vor Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln immer Ihren Arzt und informieren Sie ihn über alle Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel, die Sie einnehmen oder in Erwägung ziehen.

Zusammenfassung

Ashwagandha ist sicher und effektiv bei täglichen Dosen von bis zu 1000 mg Wurzelextrakt oder 10 g in Pulverform.

Die Beweislage legt nahe, dass es sicherer ist, mit niedrigen Dosen zu beginnen und sich hochzuarbeiten. Wenn Sie sich für die Einnahme von Ashwagandha entscheiden, konsultieren Sie zuerst Ihren Arzt, nehmen Sie ein hochwertiges Präparart und tun Sie Ihr Möglichstes, um Stress zu reduzieren.

Ashwagandha sollte nicht zusammen mit anderen Beruhigungsmitteln, Immunsuppressiva oder von Menschen mit hohen Schilddrüsenwerten eingenommen werden.

Weiterführende Beiträge

Die 25 mögliche Vorteile von Ashwagandha

Als ehemaliger wissenschaftlicher Mitarbeiter einer großen deutschen Universität und mit Promotion zum Dr. rer. Nat in molekularer Biologie schreibe ich fundiert argumentierte Texte zu wissenschaftlichen Themen. Mein Schwerpunkt hierbei ist das Thema Supplements. Im Internet gibt es hierzu viele unsinnige Informationen. Oft steht der Verkauf im Vordergrund und nicht die Aufklärung über Wirkung, Dosierung und richtige Anwendung des vorgestellten Nahrungsergänzungsmittels. Oder die Möglichkeiten werden nur zurückhaltend beschrieben. Mein Ziel ist es, gründlich recherchierte Fakten anzubieten, die dennoch verständlich bleiben. Meine Profile: ORCID & LinkedIn

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