Liposomales Vitamin C + seine 6 Verwendungen

Liposomales Vitamin C ist eine relativ neue Formel, die die Bioverfügbarkeit im Vergleich zu herkömmlichen Vitamin C Tabletten erhöhen soll. Wie wirkt das Ganze? Lesen Sie hier über die Mechanismen und erste klinische Ergebnisse.

Was ist liposomales Vitamin C?

Vitamin C (Ascorbinsäure) ist entscheidend für die Gesundheit, obwohl der menschliche Körper es nicht selbst herstellen kann und es über die Nahrung oder Nahrungsergänzungsmittel beziehen muss. Viele Menschen nehmen Vitamin-C-Präparate als Teil einer Strategie zur Verbesserung der Kollagenproduktion, der Immunität, der Antioxidantien und des allgemeinen Wohlbefindens ein [1, 2, 3, 4].

Eines der Probleme mit Vitamin C Präparaten ist, dass nur sehr wenig von dem, was eingenommen wird, in den Blutkreislauf übergeht. Bei höheren Dosen bleibt der Großteil des Vitamin C im Darm und wird schließlich ausgeschieden [5].

Liposomales Vitamin C ist eine Weiterentwicklung, die den gleichen Wirkstoff wie reguläre Vitamin-C-Präparate enthält, aber mit einer speziellen Wirkstofffreisetzung und somit einer besseren Bioverfügbarkeit und Aufnahme im Körper [5].

Liposomen sind kleine kugelförmige Partikel mit einer äußeren Fettschicht, die denen in unserer Zellmembran ähneln (Phospholipide in der beschrifteten „Doppelschichtmembran“ auf dem Bild).

Das Innere jeder kleinen Kugel („inneres wässriges Kompartiment“ in der Abbildung) ist durch diese Doppelschicht geschützt und mit Wasser und Vitamin C gefüllt. Laut Befürwortern des Produkts kann liposomales Vitamin C dadurch direkt mit den Zellen im Darm verschmelzen, wodurch das Vitamin C schneller und effektiver aufgenommen werden kann [6].

Bessere Aufnahme?

Liposomales Vitamin C soll eine bessere Bioverfügbarkeit haben, was bedeutet, dass mehr des konsumierten Vitamin C in den Körper, den Blutkreislauf und schließlich in das Gewebe aufgenommen werden kann. Es wurde festgestellt, dass einige liposomale Präparate deutlich besser absorbiert werden als ihre konventionellen Artgenossen, allerdings ist diese neue Technologie nicht ohne Nachteile[7].

In einer Studie mit 11 Erwachsenen war die Bioverfügbarkeit von konventionellem und liposomalem Vitamin C fast doppelt so hoch wie bei konventionellen Tabletten, aber geringer als bei intravenöser Injektion [7].

Bestandteile

Die meisten liposomalen Vitamin-C-Produkte bestehen aus 3 Komponenten:

  • purem Vitamin C
  • dem Liposome (Phospholipids)
  • steriles Wasser

Alle diese Inhaltsstoffe sind von der US-amerikanischen Food and Drug Administration als sicher und ungiftig anerkannt. Die genaue Zusammensetzung kann von Hersteller zu Hersteller variieren, aber die meisten enthalten nur diese Inhaltsstoffe. Wenn Sie sich für die Verwendung von liposomalem Vitamin C entscheiden, lesen Sie unbedingt das Etikett damit es keine ungewollten Überraschungen gibt [7].

Neue Liposomen werden mit anderen natürlichen Verbindungen entwickelt, z. B. mit mittelkettigen Fettsäuren (MCFAs). MCFAs können liposomalem Vitamin C eine längere Halbwertszeit verleihen [8].

Herkömmliche Vitamin-C-Tabletten und -Pulver können dagegen zahlreiche zusätzliche Inhaltsstoffe enthalten, die bei der Tablettenherstellung helfen, wie z. B. Füllstoffe (Hypromellose), Gleitmittel (Magnesiumstearat), Aromen, Stabilisatoren und Kieselsäure. Diese werden in den Mengen, die bei der Herstellung von Nahrungsergänzungsmitteln verwendet werden, weithin als sicher eingestuft, aber viele Menschen wollen Zusatzstoffe vermeiden.

Wirkungsweise von Vitamin C

Liposomales Vitamin C wird bei oraler Einnahme im Darm absorbiert oder durch die Haut, wenn es als Creme oder Salbe aufgetragen wird. Nach der Absorption wird es in den Zellen abgebaut und in Hydroxyprolin umgewandelt, das vom Körper zur Bildung von Kollagen und Bindegewebe verwendet wird [1, 9, 10].

Vitamin C wirkt auch als Antioxidant in menschlichen Zellen, indem es schädliche oxidative Verbindungen neutralisiert. Es reduziert oxidativen Stress, unterstützt den Stoffwechsel und die Nährstoffaufnahme und ist an der Produktion von Neurotransmittern beteiligt [1, 11].

Vitamin C ist insbesondere am Abbau von Tyrosin und Kohlenhydraten, der Herstellung von Folsäure, dem Aufbau von Lipiden und Proteinen, der Energieproduktion, der Immunität und der Abwehr von Infektionen beteiligt.

Potentielle Vorteile

Aufgrund des Mangels an hochwertiger klinischer Forschung hat die FDA liposomales Vitamin C für keine der in diesem Abschnitt beschriebenen medizinischen Anwendungen zugelassen. Weitere Studien am Menschen sind erforderlich. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie liposomales Vitamin C aus irgendeinem Grund verwenden möchten.

1

Schlaganfall und Herzinfarkt

Wenn die Sauerstoffversorgung blockiert ist, kann es zu einem Schlaganfall, Herzinfarkt und anderen schweren gesundheitlichen Komplikationen kommen. Nach dem anfänglichen Schock und Schaden eines Schlaganfalls oder Herzinfarkts versuchen Ärzte, das Gewebe mit neuem Blut wiederzubeleben (Reperfusion). Der abrupte Zufluss von neuem Sauerstoff kann jedoch das verletzte Gewebe weiter schädigen, was als „Ischämie-Reperfusionsverletzung“ bezeichnet wird [12].

Eine Handvoll klinischer Studien legt nahe, dass intravenös verabreichtes Vitamin C die durch Ischämie-Reperfusionsschäden verursachten Schäden mildern kann. Da liposomales Vitamin C mit einer ähnlichen Geschwindigkeit wie intravenöses Vitamin C absorbiert wird, wird es als eine Option zur Vorbeugung von Verletzungen bei gleichzeitiger Wiederherstellung des geschädigten Gewebes untersucht [12, 13].

In einer Studie wurden 11 übergewichtige Teilnehmer mittleren Alters (mit hohem oxidativem Stress im Ausgangszustand) einer Simulation einer Reperfusionsverletzung am Arm unterzogen. Liposomales Vitamin C war bei der Verhinderung von Gewebeschäden fast so wirksam wie der Goldstandard, die intravenöse Verabreichung [7].

In einer anderen Studie zu dieser Art von Verletzung bei Ratten verhinderten Liposomen mit sowohl Vitamin C als auch E Schäden im Hirngewebe [14].

Für den Einsatz von liposomalem Vitamin C bei Ischämie-Reperfusionsverletzungen gibt es bisher nur sehr wenige klinische Belege (im Vergleich zu intravenösem Vitamin C). Angesichts der positiven ersten Ergebnisse werden wahrscheinlich weitere Studien durchgeführt werden.

Versuchen Sie nicht, sich selbst oder einer anderen Person intravenös Vitamin C zu verabreichen. Wenn Sie den Verdacht haben, dass Sie oder ein Ihnen nahestehender Mensch einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erleidet, suchen Sie sofort einen Arzt auf.

2

Gesundheit der Haut

Melasma

Vitamin C ist in Cremes oder Reinigungsprodukten für Menschen mit Melasma erhältlich. Manchmal wird es auch mit einer Technik namens Iontophorese verabreicht, bei der eine schmerzfreie Vollgesichtsmaske eine kleine Menge elektrischen Strom leitet, um den Transport von Vitamin C über die Hautbarriere zu unterstützen [15].

In einer Studie mit 35 meist weiblichen Patienten (nur ein Mann war dabei) mit Melasma verbesserten liposomale Vitamin-C-Vollgesichtsmasken (Iontophorese) die Hautpigmentierung über 2 Monate um 73 %. Die Patienten vermieden zudem Sonnenexposition und verwendeten Mandel-/Maleinsäure-Hautpflegeprodukte; die spezifische Rolle des Vitamin C ist daher unklar [15].

In einer Studie an 14 Frauen mit Melasma (SB) erwies sich die liposomale Vitamin-C-Iontophorese als sicher und wirksam. In dieser Studie wurde Vitamin C in Nanosomen verabreicht, die eine besonders kleine Form von Liposomen sind [16].

Einer Studie zufolge können Pektinbeschichtungen auch die Menge an Vitamin C erhöhen, die die Haut aus Liposomen aufnimmt [17].

UV Schäden

Schäden durch ultraviolette (UV) Strahlung entstehen, wenn schädliche, reaktive Sauerstoffspezies im Hautgewebe gebildet werden. Übermäßige UV-Belastung kann zu vielen Hauterkrankungen führen, einschließlich Melanom und anderen Hautkrebsarten. Vitamin C kann aufgrund seiner antioxidativen Eigenschaften diese Schäden reduzieren und verhindern, wenn es auf die Haut aufgetragen wird [18, 19].

Bei Tieren, die einer Langzeit-UV-Schädigung ausgesetzt waren, konnte eine Kombination von Antioxidantien (Vitamin C, Vitamin A und Vitamin E), verpackt in winzige Liposomen (Nanosomen), vor Hautschäden schützen. Sie reduzierte auch Hautkrebsmarker und könnte für die Krebsprävention von Vorteil sein [20].

Liposomales Vitamin C ist stabiler und kann die Hautbarriere besser passieren als normales Vitamin C. Damit sind antioxidative Liposomen ideal für den Schutz der Haut vor UV-Strahlung. Liposomale Antioxidantien (als Nanosomen), einschließlich Vitamin C, schützten Hautzellen, die einer UVA-Schädigung ausgesetzt waren [21, 8, 19].

3

Tropenparasiten

Viszerale Leishmaniose (VL) ist eine schwere, potenziell tödliche Tropenkrankheit, die durch Parasiten verursacht wird. Bei infizierten Mäusen waren Liposomen, die eine Kombination aus Vitamin C und einem herkömmlichen Medikament (Antimonial) enthielten, bei der Abtötung der Parasiten wirksam. Das Medikament wird benötigt, um den Parasiten abzutöten, aber Vitamin C schien seine toxischen Nebenwirkungen zu reduzieren [22].

4

Krebsforschung

Hohe Dosen von Vitamin C werden zur Bekämpfung von Krebs in Kombination mit der traditionellen Chemotherapie eingesetzt. Laut einer Meta-Analyse von über 30 Humanstudien, fehlt die Evidenz, Vitamin C als alleinige Krebsbehandlung einzusetzten. Die Autoren kamen jedoch zu dem Schluss, dass es ein gutes Sicherheitsprofil hat und die Lebensqualität von Krebspatienten verbessern kann [23].

Liposomales Vitamin C kann aufgrund seiner hohen Bioverfügbarkeit eine Alternative zur IV-Verabreichung sein. Im Vergleich zur IV sind Liposomen für die Patienten deutlich weniger unangenehm [23, 24].

Einschränkungen und Vorbehalte

Nicht jeder nimmt Nährstoffe und Vitamine aus der Nahrung mit der gleichen Geschwindigkeit auf. Grundsätzlich gilt, dass ein in einer Studie belegter Vorteil für bestimmte Personen beschreibt, möglicherweise nicht auf andere zutrifft.

Individuelle Unterschiede sind in Studien, die den Nutzen von Vitaminen untersuchen, schwer zu berücksichtigen. Es ist auch noch nicht üblich, den genauen Gehalt an Antioxidantien und Vitaminen in verschiedenen Lebensmitteln zu messen. Die meisten Studien kamen zu dem Schluss, dass vitamin- und antioxidantienreiche Lebensmittel vorteilhafter sind als Vitaminpräparate. Es sind jedoch weitere Untersuchungen notwendig, um die Unterschiede wirklich zu verstehen [25].

Vergleich mit Vitamin C Tabletten

Der Vitamin-C-Spiegel erreicht bei oral eingenommenen Vitamin C einen Plateau-Effekt. Das bedeutet, dass ab einer bestimmten Dosierung der Vitaminspiegel nicht weiter ansteigen kann. Der Hauptvorteil von liposomalem Vitamin C gegenüber herkömmlichen Tabletten ist die schnellere und bessere Aufnahme.

Aber auch oral eingenommene Liposomen können nur bis zu einer bestimmten Dosis vom Körper aufgenommen werden. Weitere Studien sind notwendig, um die maximale Dosis herauszufinden [26].

Nebenwirkungen und Vorsichtshinweise

1

Nierensteine

In einer Analyse (langfristige prospektive Kohorte) wurde die übliche Vitamin-C-Zufuhr aus der Nahrung (75 – 100 mg pro Tag) nicht mit der Bildung von Nierensteinen in Verbindung gebracht. Allerdings konnten sehr hohe Dosen von Vitamin C zur Nahrungsergänzung (mehr als 2 g pro Tag) mit Nierensteinen bei Männern assoziiert werden. Niedrigere Dosen von liposomalem Vitamin C können aufgrund der höheren Bioverfügbarkeit ähnliche Gefahren hervorrufen [27].

2

Brustkrebs

Der Zusammenhang zwischen Vitamin-C-Aufnahme und Brustkrebsrisiko ist umstritten. Die Einnahme von Vitamin-C-Präparaten war laut einer umfassenden Studie (zwischen 1995 und 2008) mit einer erhöhten Brustkrebsrate bei postmenopausalen Frauen verbunden, die sich bereits Vitamin-C-reich ernährten [28].

Ein erhöhtes Brustkrebsrisiko kann mit einer übermäßigen Zufuhr von Vitamin C zusammenhängen, weshalb einige Ärzte Frauen empfehlen, die Vitamin-C-Aufnahme auf die normale Nahrungsmenge zu beschränken. Die NIH empfiehlt, dass erwachsene Frauen 75 mg Vitamin C pro Tag zu sich nehmen, wobei die Menge während der Schwangerschaft auf 85 mg und während der Stillzeit auf 120 mg erhöht wird [29].

Wechselwirkungen

Dies ist nicht unbedingt eine vollständige Liste der möglichen Wechselwirkungen von liposomalem Vitamin C. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, um unerwartete Wechselwirkungen und unerwünschte Ereignisse zu vermeiden.

1

Amphetamine

Vitamin C konnte die Anzahl der Amphetamine (Dextroamphetamin, Benzphetamin, etc.) bei Ratten reduzieren. Diejenigen, die Amphetamine für ADS/ADHS und verwandte Störungen verwenden, sollten sich dieser Wechselwirkung bewusst und vorsichtig sein, da es die Wirkung ihrer Medikamente schwächen kann [30].

2

Kupfer

Der Vitamin-C-Spiegel im Blut und seine gesundheitlichen Auswirkungen werden in Kombination mit Kupfer reduziert. Kupfer kehrt auch die DNA-schützende Wirkung von Vitamin C um. Das liegt daran, dass Vitamin C als Antioxidans Metall-Ionen neutralisiert [31, 1].

3

Östrogene

Vitamin C kann Östrogen-Hormone (Estradiol, Estron, Hexestrol, etc.) erhöhen. Anwender von Östrogenen (einschließlich Antibabypillen) sollten auf diese Wechselwirkung achten. In einer Studie stimulierte Vitamin C die Estradiol-Produktion in Zellen. Es fehlen hierfür jedoch klinische Nachweise [32].

Genetik und liposomales Vitamin C

Das Gen, das für die Aufnahme von Vitamin C im Darm verantwortlich ist (SVCT), kommt bei gesunden Menschen doppelt vor. In einer Studie nahmen Mäuse ohne dieses Gen viel weniger Vitamin C aus der Nahrung auf. Liposomales Vitamin C kann jedoch dieses Transportprotein umgehen [1].

Dosierung & Quellen

Das amerikanische National Institute of Health empfiehlt eine Vitamin-C-Dosierung von 90 mg/Tag bei erwachsenen Männern und 75 mg/Tag bei erwachsenen Frauen mit einer Obergrenze von 2.000 mg/Tag. Diese Werte berücksichtigen sowohl diätetisches als auch supplementäres Vitamin C. Die meisten liposomalen Vitamin C Formeln enthalten 100 – 300 mg Vitamin C pro Dosis [29].

Während bei einigen Krankheiten und Gesundheitszuständen hohe Dosen von Vitamin C erforderlich sein können, erhalten die meisten gesunden Menschen ausreichend Vitamin C allein aus Nahrungsquellen (hauptsächlich Obst und Gemüse). Liposomales Vitamin C ist aufgrund seiner hohen Absorption eher für die Behandlung spezifischer Erkrankungen als für die tägliche Supplementierung geeignet [33].

Die besten Nahrungsquellen für Vitamin C sind Paprika, Zitrusfrüchte und Kreuzblütler wie Brokkoli [29].

Als ehemaliger wissenschaftlicher Mitarbeiter einer großen deutschen Universität und mit Promotion zum Dr. rer. Nat in molekularer Biologie schreibe ich fundiert argumentierte Texte zu wissenschaftlichen Themen. Mein Schwerpunkt hierbei ist das Thema Supplements. Im Internet gibt es hierzu viele unsinnige Informationen. Oft steht der Verkauf im Vordergrund und nicht die Aufklärung über Wirkung, Dosierung und richtige Anwendung des vorgestellten Nahrungsergänzungsmittels. Oder die Möglichkeiten werden nur zurückhaltend beschrieben. Mein Ziel ist es, gründlich recherchierte Fakten anzubieten, die dennoch verständlich bleiben. Meine Profile: ORCID & LinkedIn

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